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« Der böse Wolf » - Wieso sagt man das eigentlich ?
1er.01.2011

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Vom Rotkäppchen, den drei kleinen Schweinchen und von „Peter und der Wolf“ haben wir gelernt, uns vor dem großen bösen Wolf in Acht zu nehmen. Aber wie sieht es wirklich aus mit diesem schlechten Ruf, der ihm am Pelz haftet ?
Zur Beantwortung dieser Frage ist es notwendig, das Verhältnis vom Menschen zum Wolf genauer zu betrachten.
 
Zu Beginn lebten die Menschen mit den Wölfen zusammen. Die Indianer aus den nordamerikanischen Prärien wahrten Geschicklichkeit und Stärke dieser Raubtiere. Die Eskimos teilten mit ihnen den Lebensraum und jagten dasselbe Wild. Aber als die Menschen damit begannen, wilde Tiere zu Haustieren zu zähmen, wurden sie zu Feinden. Die Wölfe jagten wie gewohnt weiter, aber ihre Beute war mittlerweile zum Eigentum der Menschen geworden. Anstatt die Verantwortung der Menschen zu hinterfragen, wie es so oft der Fall ist, wurde der Wolf einfach als gefährliches Raubtier abgestempelt. Dieses Vorurteil hat Gefühle wie Hass und Angst herbeigeführt. Zu diesem Zeitpunkt begann man mit der Schwarzmalerei in Märchen, die dem Wolf so großen Schaden zufügt. Auf der ganzen Welt wurden Gesetze verabschiedet, mit dem Ziel, den Wolf auszurotten. In Frankreich gab es Ende der dreißiger Jahre gar keine mehr.
Seit November 1992 leben im französischen Nationalpark Mercantour (französische Alpen, nördlich von Nizza) wieder Wölfe, und dies dank einiger Naturverbände, die sie schützen. Die Angst vor Wölfen ist jedoch weiter lebendig. In Frankreich ist sie sogar besonders heftig, wie man an Aktionen von Schäfern erkennen kann, die gegen die Wiedereinführung von Wölfen in Berggebiete der Alpen und der Pyrenäen demonstrieren. 
 
Eigentlich ist es so, dass wir den Wolf für böse halten, weil wir nicht wissen, wie man friedlich mit ihm zusammen leben könnte. Es war schon immer leichter, die Schuld von sich zu weisen, statt sich selbst in Frage zu stellen …