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Gezeiten, Ebbe, Flut … wie funktioniert das ?
1er.07.2013

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Ihr habt es sicher schon einmal beobachtet : am Strand zieht sich das Meerwasser zwei Mal am Tag zurück und läuft dann wieder landeinwärts. Diese Schwankungen des Meeres nennt man Gezeiten. Bei Ebbe sinkt das Wasser und bei Flut steigt es an.
 
Das Naturphänomen hängt mit einer Kraft zusammen, die die Planeten gegenseitig anzieht, die sogenannte Gravitationskraft. Sie wurde 1684 von dem Wissenschaftler Isaac Newton entdeckt, der erforschte, dass Sterne sich umso mehr gegenseitig anziehen, je schwerer sie sind und je näher sie zusammen liegen. 
 
Bei Ebbe und Flut kommt die Anziehungskraft zwischen der Erde und dem Mond und zwischen der Erde und der Sonne ins Spiel. Der Mond, der sehr nah an der Erde liegt, wirkt wie ein extrem starker Magnet auf die Erde ein und saugt alles an, was nicht nagelfest ist, so zum Beispiel die Wassermassen der Ozeane. Die Sonne hat trotz ihrer Größe eine weniger bedeutende Rolle, da sie sehr weit von der Erde entfernt ist.
 
Das Meer, das direkt vor dem Mond liegt, wird besonders stark von ihm angezogen : Die Wassermassen bilden einen Flutberg.
Zur gleichen Zeit gibt es aber auf der anderen Seite der Erdkugel auch eine Flut. Wie kann man das erklären ? Ganz einfach : die Entfernung zwischen Erde und Mond dort ist viel größer, gegeben durch die Erde, die dazwischenliegt. Das Meer wird nicht vom Mond angezogen, sondern weggedrängt. Als Folge davon bildet sich auf dieser Seite des Erdballs auch ein Flutberg.
 
Die Erde dreht sich in 24 Stunden um sich selbst. Daher steht der Mond auch immer wieder vor anderen Erdteilen. Zwischen dem höchsten Punkt des Wasser bei Flut und dem niedrigsten bei Ebbe liegen 6 Stunden, da die Mondanziehungskraft immer schwächer wird, je weiter sich der jeweilige Erdteil von dem Mond entfernt.
 
Die Meeresschwankungen sind je nach Saison, das heißt je nachdem wie die Erde zur Sonne und zum Mond steht, verschieden ausgeprägt. Besonders stark sind sie an den beiden Tagen im Jahr, an denen der lichte Tag und die Nacht gleich lang sind. Man nennt diese auch Äquinoktium oder Tagundnachtgleiche. Am stärksten sind sie aber, wenn die Sonne, die Erde und der Mond genau auf einer Linie stehen.
 
 
Nathalie COULOMB
Wissenschaftsvermittlerin
 
 
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