sie sind hier > Accueil > Familien > Flaschenpost > Warum träumen wir ?

Warum träumen wir ?
1er.11.2013

Drucken Seite teilen
Wie ein Vogel über den Baumgipfeln fliegen, den Wind in den Federn spüren und den Duft tropischer Früchte einatmen ?
Unmöglich ? Nein, das ist durchaus möglich ! Ihr braucht noch nicht einmal aufzustehen und könnt gemütlich im Bett liegenbleiben.
Natürlich geht das nur im Traum, aber unsere Gefühle im Schlaf erscheinen uns so echt, dass wir es morgens kaum glauben können, nur geträumt zu haben.
 
Die Menschen versuchen schon seit langer Zeit dieses erstaunliche Phänomen zu verstehen, aber bis heute ist es noch nicht gelungen, das Geheimnis vollständig zu lüften. Wissenschaftler konnten beweisen, dass Träume in unserem Gehirn entstehen : mit Hilfe eines Apparates konnten sie die elektrische Aktivität des Gehirns messen und stellten fest, dass es in bestimmten Schlafphasen sehr aktiv ist. Allerdings sind manche Teile des Gehirns „abgeschaltet”, unter anderem der Bereich, der es uns erlaubt, eine Situation zu beurteilen. Dies erklärt, dass wir uns im Traum nicht im Geringsten darüber wundern, fliegen zu können.
 
Belgische Wissenschaftler haben sich folgendes Experiment ausgedacht : Testpersonen sollten versuchen, in einem Labyrinth den richtigen Weg zu finden. Dabei beobachteten die Forscher mit Hilfe eines Apparates, welche Bereiche im Gehirn bei dieser Aufgabe aktiviert werden. Dann schliefen die Versuchspersonen ein und die Forscher zeichneten weiterhin ihre Gehirnaktivität auf. Es zeigte sich, dass während des Schlafs noch einmal dieselben Gehirnbereiche wie beim Lösen der Aufgabe reaktiviert wurden. Scheinbar „wiederholt” unser Gehirn im Schlaf, was wir vor dem Einschlafen gelernt haben. Wahrscheinlich haben Träume auch die Funktion, unser Gedächtnis zu festigen.
 
Und Albträume ? Bei ihnen handelt es sich vielleicht um Träume, bei denen etwas schiefgelaufen ist. Sie wecken uns, da sie so starke Gefühle (Angst) auslösen, dass wir sie selbst im Schlaf nicht mehr ertragen können. Hingegen helfen uns vermutlich schlechte Träume, die uns nicht wecken, besser mit Gefühlen wie Enttäuschung, Angst oder Wut umzugehen. Nicht umsonst rät eine alte Volksweisheit, ein Problem oder eine wichtige Entscheidung noch einmal zu überschlafen.
 
Wenn unser Gehirn seine volle Leistung erbringen soll, sind schlafen und träumen notwendig. Leider schlafen besonders Jugendliche immer weniger, vor 25 Jahren schliefen sie im Durchschnitt 50 Minuten mehr als heute !
Kein Wunder also, wenn sie ihr Gedächtnis manchmal im Stich lässt.
 
Falls du diese Flaschenpost spät abends liest, weißt du jetzt, was dir zu tun bleibt… !
 
 
Nadja Vermeersch-Döring
Wissenschaftsvermittlerin 

Zeichnung : Emma