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Warum trocknen Haare langsamer als Haut ?
1er.05.2014

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Baden ist sooo schön … aber das Haaretrocknen danach dauert sooo lang ! Besonders, wenn man keinen Fön benutzt. Dabei genügt schon ein kurzes, kräftiges Rubbeln mit einem Handtuch und schon ist unsere Haut trocken. Warum geht Haaretrocknen nicht genauso schnell ? Zuerst einmal darf man natürlich nicht vergessen, dass wir richtig viele haben … im Durchschnitt 120 000 bis 150 000 - und die müssen alle getrocknet werden ! Aber das ist nicht der einzige Grund.
 
Man versteht das Problem besser, wenn man die innere Struktur von einem Haar und der Haut vergleicht. Beide bestehen aus drei übereinander liegenden Schichten. Bei der Haut handelt es sich um die Unterhaut (Subcutis), die Lederhaut (Dermis) und die Oberhaut (Epidermis). Letztere bildet die wasserabweisende Hülle an der Körperoberfläche. Ein Haar hingegen besteht in seinem Kern aus einer Medulla (Markkanal), die von dem sogenannten Cortex (Rinde) umgeben ist. Der Cortex setzt sich aus einer großen Zahl feiner Keratinfasern (Keratin ist ein Protein, welches für die Elastizität verantwortlich ist) zusammen und den Pigmenten, die dem Haar seine Farbe verleihen. Und schließlich die äußere Schicht, die Haarkutikula genannt wird. Sie schützt das Haar dank ihrer übereinander greifenden Schuppen (daher auch „Schuppenschicht” genannt), die aus abgestorbenen Zellen bestehen. Im Unterschied zu der wasserabweisenden Epidermis ist die Haarkutikula durchlässig, insbesondere für Wasser. Es dringt durch die aufgerichteten Schuppen hindurch, so dass ein Haar bis zu 30% seines eigenen Gewichtes an Wasser aufnehmen kann… gesplisstes Haar sogar bis zu 45% ! Du kannst die Durchlässigkeit (Porosität) deiner Haare ganz leicht testen : Lege eine frischgewaschene, getrocknete Haarsträhne in ein Wasserglas. Wenn die Strähne nach 1-5 Minuten auf den Boden sinkt, besitzen deine Haare eine hohe Porosität. Je länger es dauert, umso geringer ist die Porosität deiner Haare.
 
Die Tatsache, dass ein Haar so große Mengen an Wasser aufnehmen kann, erklärt, weshalb das Haaretrocknen so lange dauert. Diese Eigenschaft war ausschlaggebend für die Erfindung des Haarhygrometers, einem Gerät, mit dem man die Luftfeuchtigkeit messen kann. Je höher die Feuchtigkeit ist, je mehr dehnt sich das in dem Gerät eingebaute Haarbündel aus.
Frisöre nutzen die Durchlässigkeit der Haare beim Färben !
 
 
Sandra Jacquemet
Wissenschaftsvermittlerin, Le Vaisseau