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Warum und weshalb glühen Glühwürmchen ?
1er.10.2013

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Eine wichtige Information vorab : Lasst euch nicht von dem Namen täuschen, Glühwürmchen sind keine Würmer, sondern Insekten, genauer gesagt Käfer (Coleoptera), wie auch Waldmistkäfer oder Marienkäfer.
 
Die Bezeichnung hängt mit dem Erscheinungsbild der Weibchen zusammen (wissenschaftlicher Name : Lampyris noctiluca). Diese haben keine Flügel – der Fachausdrück ist „unbeflügelt“ und erinnern trotz ihrer Beinchen tatsächlich an Würmer, beziehungsweise Larven.
 
Sie können zwar nicht fliegen, besitzen dafür aber eine Fähigkeit, die nur sehr selten in der Natur vorkommt : die Biolumineszenz, das bedeutet, sie können selbst Licht erzeugen. Wie ist das möglich ?
 
Das Leuchtorgan an der Bauchseite des Hinterleibes enthält einen chemischen Stoff, das so genannte Luziferin, ein Protein. Dieser chemische Stoff verbindet sich mit einem weiteren Stoff, einem Enzym namens Luciferase und Sauerstoff und dabei entsteht Licht. Es kommt zu einem Ungleichgewicht, das durch Energieabgabe in Form von Licht wieder ausgeglichen werden muss. Dabei wird ebenfalls wieder Luciferase frei und der Zyklus kann wieder neu beginnen. Das Licht ist von außen sichtbar, da der Unterleib des Glühwürmchens durchsichtig ist.
 
Und warum leuchten nachts nur die Weibchen ? Weil sie unbeflügelt sind und dadurch auf dem Boden leben müssen. Durch die abgegebenen Lichtsignale locken sie die Männchen, die über ihnen fliegen, an. Der Glückspilz, der sie entdeckt, fliegt zu ihr und vereint sich mit ihr zur Fortpflanzung.
 
Leider hat diese fantastische Fähigkeit auch ihre Schattenseite : Diese Lichtquelle ermöglicht, dass neues Leben entsteht, lockt allerdings auch Fressfeinde an. Aber lieber zurück zum ursprünglichen Sinn dieser Naturerscheinung : ein unglaublich raffiniertes Kommunikationsmittel … und ein zauberhafter Anblick !