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Was hat es mit dem Schluckauf aufsich ?
1er.06.2016

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Hat man erst einmal einen Schluckauf, lässt er uns keine Ruhe, ist unangenehm, unkontrollierbar und lässt sich nur schwer unterdrücken.
 
Warum bekommen wir Schluckauf ? Normalerweise atmen wir ohne Probleme, da das Nervensystem regelmäßig ein Signal für das An- und Entspannen der Atemmuskulatur sendet. Beim Einatmen senkt sich das Zwerchfell (ein Muskel, der sich unterhalb der Lunge befindet) und zieht sich zusammen, woraufhin sich die Lunge mit Luft füllt.
 
Hat man einmal zu viel oder zu schnell gegessen, kann es passieren, dass sich das Zwerchfell und andere an der Atmung beteiligte Muskeln plötzlich anspannen. Passiert dies unwillkürlich immer wieder, hat man einen Schluckauf. Diese reflexartige Reaktion ist auf eine Reizung des Phrenikusnervs zurückzuführen, der Nervensignale an das Zwerchfell weiterleitet.
 
Durch die Reaktion des Zwerchfells wird also mehrmals hintereinander tief eingeatmet, wobei sich der Muskel genauso abrupt entspannt, wie er sich zusammenzieht. Der Brustkorb ist Stößen ausgesetzt und am Kehlkopf verengt sich der Spalt zwischen den Stimmbändern (Stimmlippenverschluss). Die eingeatmete Luft strömt also nicht ungehindert durch die Luftröhre in die Lunge, sondern muss auf ihrem Weg dorthin zwischen den Stimmbändern hindurch und bringt sie dabei in Schwingung, wodurch das typische Schluckaufgeräusch entsteht.
 
Was kann man gegen einen Schluckauf tun ? Im Gegensatz zum seltenen chronischen Schluckauf, legt sich ein harmloser Schluckauf nach einigen Minuten wieder. Er verschwindet genauso plötzlich, wie er gekommen ist. Um einen Schluckauf zu beenden, müssen die Muskeln beruhigt werden und zu einem normalen Atemrhythmus zurückkehren.
 
Um den Reiz, der auf den Phrenikusnerv einwirkt, zu mildern, gibt es viele Hausmittel, wie zum Beispiel :
  • in einem Zug ein großes Glas Wasser trinken,
  • auf Höhe des Zwerchfells etwas Kaltes auf den Bauch legen,
  • das Nervensystem zwingen, sich nicht mehr auf das Zwerchfell zu konzentrieren (in dem man z.B. Zucker auf die Zunge legt),
  • den Kohlendioxidgehalt des Blutes erhöhen um den Atemrhythmus zu beeinflussen (einige Sekunden lang die Luft anhalten).
Es ist für jeden etwas dabei !
 
 
Nathalie COULOMB
Wissenschaftsvermittlerin im Vaisseau